Kategorie: Boccella

Die jährliche Produktion ist sehr gering. Nur etwa 10.000 Flaschen verlassen das Weingut. Das macht die Weine zu einer Seltenheit auf dem Markt. Die Familie verzichtet auf modernen technischen Schnickschnack. Sie lassen den Weinen viel Zeit zur Entwicklung. Ein Taurasi von Boccella kommt oft erst Jahre nach der Ernte in den Verkauf.

Boccella

Die Geschwister Boccella in Castelfranci

Die Geschwister Raffaele, Angela, Giovanni und Lucia Boccella führen das kleine Weingut gemeinsam. Sie gründeten den Betrieb in seiner heutigen Form im Jahr 2005. Ihr Vater Giuseppe legte den Grundstein für diese Arbeit. Er kehrte nach Jahren in Venezuela in sein Heimatdorf Castelfranci zurück. Dort kaufte er Land und pflanzte die ersten Reben. Die Geschwister führen diese Familientradition mit Leidenschaft fort. Jeder in der Familie übernimmt spezifische Aufgaben im Betrieb. Sie arbeiten eng mit ihrem Freund und Önologen Sebastiano Fortunato zusammen.

Die Höhenlage der Weinberge

Die Reben wachsen in der Gemeinde Castelfranci auf über 500 Metern Höhe. Diese Lage zählt zur renommierten Taurasi-Zone in der Region Irpinien. Das Klima in diesen Hügeln zeigt sich oft rau und kühl. Im Winter fällt in der Gegend regelmäßig Schnee. Der Boden besteht vorwiegend aus Lehm und Kalkstein. Die Trauben reifen durch die kühlen Nächte sehr langsam. Die Lese findet deshalb oft erst im November statt. Diese späte Ernte verleiht den Weinen eine besondere Frische und Tiefe.

Traditionelles Handwerk im Keller

Die Familie konzentriert sich fast ausschließlich auf die Rebsorte Aglianico. Daraus entstehen der Taurasi und der Campi Taurasini. Als Weißwein produzieren sie eine kleine Menge aus der Sorte Coda di Volpe. Die Arbeit im Keller folgt einer klaren Philosophie. Die Winzer lassen den Wein spontan mit eigenen Hefen vergären. Sie verzichten auf moderne technische Eingriffe oder chemische Hilfsmittel. Der Ausbau erfolgt über Jahre in großen Fässern aus slawonischer Eiche. Die Weine kommen ohne Klärung und ohne Filtration in die Flasche.

Besonderheiten der Produktion

Die Familie produziert nur etwa 10.000 bis 15.000 Flaschen pro Jahr. Diese geringe Menge macht die Weine bei Kennern sehr begehrt. Die Geschwister lassen ihren Weinen extrem viel Zeit. Ein Taurasi der Familie Boccella verlässt den Keller oft erst nach vielen Jahren der Reife. Die Weine spiegeln den ehrlichen Charakter der Berglandschaft wider. Sie besitzen kräftige Gerbstoffe und eine lebendige Säure. Das Weingut bleibt trotz seines Erfolges ein bodenständiger Familienbetrieb. Die persönliche Handschrift der Geschwister ist in jedem Glas spürbar.