Aglianico del Vulture stellt einen der strukturiertesten Rotweine Italiens dar. Weinliebhaber schätzen diesen Tropfen für seine Kraft, seine Tanninstruktur und seine Langlebigkeit im Keller. Im Süden Italiens keltern Winzer aus der Rebsorte Aglianico Weine von internationalem Format.
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Aglianico del Vulture
Aglianico del Vulture stellt einen der strukturiertesten Rotweine Italiens dar. Weinliebhaber schätzen diesen Tropfen für seine Kraft, seine Tanninstruktur und seine Langlebigkeit im Keller. Im Süden Italiens keltern Winzer aus der Rebsorte Aglianico Weine von internationalem Format.
Dieser Artikel beleuchtet die Herkunft in der Basilikata, die vulkanischen Bedingungen am Monte Vulture und die Besonderheiten im Geschmack. Entdecken Sie die Details eines Weines, den Weinexperten oft den "Barolo des Südens" nennen. Dieser Vergleich unterstreicht den qualitativen Anspruch.
Region
Die Region Basilikata beheimatet den Aglianico del Vulture. Diese Landschaft erstreckt sich im Süden Italiens zwischen Apulien, Kampanien und Kalabrien. Im Gegensatz zu den Küstenregionen zeigt sich die Basilikata ursprünglich. Gebirgszüge, Wälder und Hügel dominieren das Bild.
Das Zentrum des Weinbaus
Im nordwestlichen Teil der Provinz Potenza finden die Reben optimale klimatische Gegebenheiten vor. Die Landschaft rund um den erloschenen Vulkan Monte Vulture bildet das Zentrum des lokalen Weinbaus. Die Winzer kultivieren die Reben auf einer Fläche von etwa 1.200 Hektar.
Historische Wurzeln
Die Region besitzt eine jahrtausendealte Weinbautradition. Griechische Siedler brachten die ersten Rebstöcke vor über zweitausend Jahren in dieses Gebiet. Die Einheimischen bewahrten dieses kulturelle Erbe über die Jahrhunderte. Heute steht die Basilikata sinnbildlich für strukturierte Rotweine. Der Aglianico del Vulture fungiert dabei als Aushängeschild der Region. Matera ist wahrscheinlich die bekannteste Stadt dort.

Lage
Die Weinberge erstrecken sich rund um das Massiv des Monte Vulture. Die Winzer pflanzen ihre Rebstöcke zumeist in Höhenlagen zwischen 400 und 800 Metern. Diese exponierte Lage beeinflusst das lokale Mikroklima entscheidend und verleiht dem Wein seinen Charakter.
Kontinentale und mediterrane Einflüsse
Ein Mix aus heißen mediterranen und kühleren kontinentalen Wettereinflüssen herrscht hier vor. Tagsüber wärmt die Sonne die Trauben. Nachts kühlen die Temperaturen in diesen Höhenlagen stark ab.
Späte Lese für volle Reife
Diese Temperaturschwankungen verlangsamen den Reifeprozess der Trauben. Die Reben nehmen sich Zeit, um komplexe Aromen zu entwickeln und eine lebhafte Säurestruktur zu bewahren. Das Bergmassiv schützt die Weinberge vor Niederschlägen und Winden. Die Winzer ernten die Trauben oft erst Ende Oktober oder Anfang November. Diese späte Lese ermöglicht die Entwicklung von dunkler Farbe und kräftigen Tanninen.
Böden
Der erloschene Vulkan Monte Vulture drückt den Böden der Region seinen Stempel auf. Vulkanische Aktivitäten formten die Landschaft und hinterließen ein spezielles geologisches Terroir.
Mineralien und Vulkangestein
Die Rebwurzeln graben sich tief in Schichten aus Ascheablagerungen, Tuffstein, Basalt und Lava. Mineralienreiche Lehmböden ergänzen dieses geologische Profil. Diese Bodenstruktur speichert das Regenwasser hervorragend und versorgt die Pflanzen in heißen Sommern mit Feuchtigkeit.
Der Geschmack des Terroirs
Die steinigen Gesteinsschichten zwingen die Reben dazu, ihre Wurzeln tief in das Erdreich zu treiben. Dort nehmen sie Spurenelemente und Mineralien auf. Diese Mineralität schmeckt der Weinliebhaber später deutlich im Glas. Die vulkanische Erde verleiht dem Aglianico del Vulture eine rauchige Note und eine feine Würze. Das dunkle Gestein speichert zudem die Wärme der Sonne und gibt sie nachts an die Rebstöcke ab.
Rebsorte
Die Rebsorte Aglianico spielt die Hauptrolle in diesem Weinanbaugebiet. Weinexperten zählen sie neben Nebbiolo und Sangiovese zu den hochwertigsten roten Traubensorten Italiens.
Struktur und Gerbstoffe
Aglianico-Trauben besitzen eine dicke Beerenschale. Diese Schalen liefern dem Winzer während der Gärung dunkle Farbstoffe und eine enorme Menge an Tanninen. Der Saft der Beeren weist einen hohen natürlichen Säuregehalt auf, der dem Wein sein langes Leben garantiert.
Reife und Aromatik
Diese Kombination aus Gerbstoff und Säure erfordert Geduld vom Winzer und vom Weintrinker. Die Rebsorte reift langsam am Stock und benötigt viel Sonne. In der Jugend wirken Weine aus dieser Traube oft streng und verschlossen. Erst nach Jahren der Lagerung im Keller glätten sich die Tannine. Dann offenbart die Traube ihr Potenzial. Aromen von Waldbeeren, Pflaumen, Pfeffer und eine erdige Note prägen das Geschmacksbild.
Verweise auf den Taurasi
Wenn Kenner über Aglianico sprechen, fällt zwangsläufig der Name Taurasi. Der Taurasi stammt aus der benachbarten Region Kampanien und nutzt dieselbe Rebsorte als Basis. Bei Weinistgeil finden Sie herausragende Taurasi Weine, wie den Taurasi Sant Eustachio. Dieser Wein verdeutlicht das Potenzial der Rebsorte in Kampanien.
Gemeinsamkeiten und Unterschiede
Taurasi und Aglianico del Vulture weisen aromatische Gemeinsamkeiten auf, zeigen aber auch Unterschiede. Der Taurasi wächst ebenfalls oft auf vulkanisch geprägten Böden. Das mildere Klima in Kampanien beeinflusst den Wein jedoch anders als das Höhenklima der Basilikata.
Gerbstoffstruktur im Vergleich
Taurasi Weine bringen häufig wuchtigere Tannine und eine ausladendere Körperstruktur ins Glas. Sie erfordern deshalb oft mehr Zeit für die Lagerung. Beide Weine spiegeln die Kraft der Aglianico-Traube wider. Wer den Aglianico del Vulture schätzt, sollte die Welt des Taurasi erkunden.
Andere Aglianico Weine in Italien
Neben den Vertretern aus der Basilikata und Kampanien kultivieren andere Regionen Süditaliens diese Rebsorte. Apulien und Molise bringen ebenfalls eigenständige Aglianico Weine hervor.
Kampanien abseits des Taurasi
In Kampanien finden Weinliebhaber neben dem Taurasi auch den Aglianico del Taburno. Dieser Wein zeigt sich oft weicher, fruchtiger und zugänglicher in der Jugend. Lesen Sie mehr über Kampanien und seine hervorragenden Weine in unserem Weinlexikon
Cuvées und reinsortige Weine in Süditalien
In Kalabrien und Apulien erzeugen Winzer häufig Cuvées. Sie verschneiden den Aglianico mit weicheren Sorten. Diese Mischungen runden die strengen Tannine ab und sorgen für einen schnelleren Trinkgenuss. Molise produziert mit dem Molise Aglianico DOC saftige Weine mit fruchtiger Frische. Einen Überblick über verschiedene Aglianico-Weine aus ganz Italien finden Sie in unserem Shop. Die Vielfalt zeigt, wie anpassungsfähig diese Rebsorte auf verschiedene Terroirs reagiert.
Was macht den Wein besonders?
Zahlreiche Faktoren verleihen dem Aglianico del Vulture seine Ausnahmestellung.
- Extreme Langlebigkeit: Ein hochwertiger Aglianico del Vulture überdauert Jahrzehnte im Keller. Er entwickelt sich dabei kontinuierlich weiter.
- Komplexe Aromenentwicklung: In der Jugend dominiert ein kräftiges Tanningerüst. Mit der Flaschenreife verwandeln sich die Gerbstoffe in eine samtige Textur. Noten von frischen Früchten weichen Aromen von Feigen, Leder, Tabak und Schokolade.
- Frische durch Säure: Die prägnante Säure hält den Wein auch nach Jahren der Lagerung frisch am Gaumen.
- Vulkanische Mineralität: Das karge Terroir steuert eine salzige Mineralität und feine Raucharomen bei.
Der perfekte Speisenbegleiter
Die Kombination aus rauchiger Mineralität, dichter Struktur und Säure macht den Wein zum perfekten Speisenbegleiter. Er harmoniert mit kräftigen Fleischgerichten, Wildschwein, Schmorbraten und reifem Käse. Zudem bietet der Wein im Vergleich zu norditalienischen Rotweinen oft ein hervorragendes Preis-Genuss-Verhältnis.
Wer sind die großen Anbieter?
Renommierte Weingüter prägen die Qualität und den Ruf des Aglianico del Vulture.
Die Pioniere
Zu den Pionieren der Region zählt die Familie Paternoster. Das Weingut Paternoster Tommasi Estates produziert Weine, die die Typizität des Terroirs einfangen. Ein weiterer Spitzenproduzent nennt sich Cantine del Notaio. Dieser Erzeuger meistert den Spagat zwischen Tradition und modernem Weinbau. Die Weine von Cantine del Notaio zeigen Tiefe und Struktur.
Weitere Spitzenweingüter
Das Weingut Basilisco gehört ebenfalls zur Elite der Region. Basilisco bewirtschaftet seine Weinberge biologisch und bringt die Kraft der Rebsorte klar in die Flasche. Weitere bekannte Namen umfassen Vitis in Vulture, San Salvatore und D'Angelo. Diese Winzer arbeiten unermüdlich daran, die Qualität ihrer Weine zu steigern. Sie exportieren den Geschmack des Monte Vulture in die Welt.
FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Aglianico del Vulture
Wie lange sollte man einen Aglianico del Vulture lagern?
Hochwertige Exemplare benötigen mindestens 5 bis 8 Jahre, bevor sie ihre erste Trinkreife erreichen. Spitzenweine aus guten Jahrgängen können Sie problemlos 15 bis 20 Jahre oder länger im Weinkeller lagern. In dieser Zeit bauen sie ihre Tannine ab und entwickeln komplexe Reifearomen.
Welche Trinktemperatur ist ideal?
Servieren Sie diesen kräftigen Rotwein bei einer Temperatur zwischen 16 und 18 Grad Celsius. Ist der Wein zu warm, dominiert der Alkohol. Ist er zu kalt, wirken die Tannine hart und die Fruchtaromen bleiben verschlossen.
Muss man den Wein vor dem Trinken dekantieren?
Ja, Experten empfehlen das Dekantieren ausdrücklich. Junge Weine profitieren enorm von der Sauerstoffzufuhr, da diese die harten Tannine weicher macht. Füllen Sie den Wein etwa zwei Stunden vor dem Servieren in eine Karaffe um. Bei sehr alten Weinen dekantieren Sie vorsichtig, um das Depot vom Wein zu trennen.
Zu welchem Essen passt dieser Wein?
Die kräftigen Tannine und die präsente Säure verlangen nach gehaltvollen Speisen. Dunkles Fleisch, Wildgerichte, geschmorte Rinderbäckchen oder Trüffelgerichte harmonieren perfekt. Auch zu lang gereiftem Hartkäse wie Pecorino oder Parmigiano Reggiano bildet der Wein einen exzellenten Kontrast.
Woher stammt der Name "Aglianico"?
Weinhistoriker gehen davon aus, dass der Name vom Begriff "Ellenico" (griechisch) abstammt. Dies verweist auf die antiken griechischen Siedler, die die Rebsorte vor über 2000 Jahren nach Süditalien brachten. Im Laufe der Jahrhunderte wandelte sich der Begriff sprachlich zum heutigen "Aglianico".