Die Rebsorte Sagrantino ist eine Weinsorte, die fast ausschließlich in Umbrien vorherrscht. Das Hauptanbaugebiet dieses Weins liegt um die Stadt Montefalco herum. Der Rotwein ist immer noch ein Geheimtipp. Er liefert kräftige, dunkelrote Weine. Anfangs hat man süße Dessertweine aus ihm gemacht, bis man heutzutage wieder trockene, hochklassige Rotweine mit hoher Komplexität herstellt. Auch verwendet man den Wein, um in Umbrien Cuvées zu produzieren, die sie als Hauptbestandteil haben.
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Sagrantino
Herkunft und Anbauregion der Rebsorte Sagrantino
Die Rebsorte Sagrantino stammt aus der italienischen Region Umbrien. Das Zentrum des Anbaus liegt in der Gemeinde Montefalco in der Provinz Perugia. Die Rebe gedeiht auf den Hügeln der Region in einer Höhe zwischen 200 und 450 Metern über dem Meeresspiegel. Die Böden bestehen überwiegend aus Lehm und Kalkstein mit Anteilen von Mergel. Dieses Terroir begünstigt die langsame Reife der Trauben. Außerhalb Umbriens findet man Sagrantino nur selten. Kleine Versuchsflächen existieren in Australien und den USA.
Eigenschaften und Geschmacksprofil
Sagrantino besitzt eine der höchsten Konzentrationen an Polyphenolen, also Tanninen, unter allen bekannten Rebsorten. Diese Gerbstoffe verleihen dem Wein eine massive Struktur und eine dunkle Farbe. Der Geschmack zeichnet sich durch intensive Aromen von Brombeeren, dunklen Kirschen und Pflaumen aus. Im Ausbau entwickeln sich Noten von Leder, Tabak und Kakao. Aufgrund der hohen Tanninstruktur erfordert der Wein eine lange Lagerzeit. Viele Weine erreichen erst nach zehn bis fünfzehn Jahren ihre optimale Trinkreife. Die Säure ist präsent und stützt den hohen Alkoholgehalt von oft 14 bis 16 Prozent.

Anbauflächen und Produktionsmengen
Die gesamte Anbaufläche von Sagrantino in Italien umfasst etwa 1000 Hektar. Der Großteil dieser Flächen entfällt auf die geschützte Herkunftsbezeichnung Montefalco Sagrantino DOCG. Pro Hektar dürfen Winzer maximal 8 Tonnen Trauben ernten. Die jährliche Produktionsmenge schwankt witterungsbedingt. Sie liegt im Durchschnitt bei rund 1,5 bis 2 Millionen Flaschen. Damit bleibt Sagrantino eine exklusive Nische im Vergleich zu weit verbreiteten Sorten wie Sangiovese.
Speisenempfehlungen für Sagrantino
Die kräftige Struktur des Weines verlangt nach gehaltvollen Speisen. Sagrantino harmoniert hervorragend mit gegrilltem oder geschmortem Fleisch. Wildgerichte wie Wildschweinragout oder Hirschbraten ergänzen die würzigen Aromen der Rebsorte. Ein klassisches lokales Pairing aus Umbrien ist gebratenes Lamm mit Kräutern. Gereifter Käse wie Pecorino oder Parmigiano Reggiano bietet einen passenden Gegenpart zu den harten Tanninen. Fettreiche Gerichte mildern den Eindruck der Gerbstoffe am Gaumen ab.
Besonderheiten in der Weinherstellung
Früher bauten Winzer Sagrantino hauptsächlich als Passito aus. Sie trockneten die Trauben auf Strohmatten, um einen süßen Wein mit hoher Konzentration zu gewinnen. Heute dominiert der trockene Ausbau. Das Gesetz schreibt für den Montefalco Sagrantino DOCG eine Mindestlagerdauer von 37 Monaten vor. Davon muss der Wein mindestens 12 Monate im Holzfass reifen. Diese Zeit hilft dabei, die strengen Tannine zu glätten und die komplexen Aromen zu integrieren.
Häufig gestellte Fragen zu Sagrantino
Warum hat Sagrantino so viele Gerbstoffe?
Die Rebsorte besitzt genetisch bedingt eine sehr dicke Schale und viele Kerne. Diese enthalten eine extrem hohe Konzentration an Tanninen, was dem Wein seine außergewöhnliche Struktur verleiht.
Muss ich Sagrantino vor dem Trinken dekantieren?
Ja, Sie sollten den Wein mindestens zwei bis drei Stunden vor dem Genuss belüften. Der Sauerstoff hilft dabei, die starken Tannine zu lockern und die komplexen Aromen zu öffnen.
Wie lange kann ich eine Flasche Sagrantino lagern?
Dieser Wein verfügt über ein sehr hohes Lagerpotenzial. Hochwertige Flaschen können Sie problemlos 15 bis 30 Jahre lang aufbewahren, wobei der Wein mit der Zeit weicher und vielschichtiger wird.
Gibt es Sagrantino auch als süßen Wein?
Ja, die traditionelle Variante ist der Sagrantino Passito. Dafür trocknen die Winzer die Trauben nach der Ernte, wodurch ein konzentrierter, süßer Rotwein mit hoher Intensität entsteht.