Kategorie: Valpolicella

Venetien oder auch Veneto ist einer der nördlichen Regionen Italiens mit Venedig und Verona als große Städte und einer Bevölkerung von 5 Mio. Einwohnern. Geographisch ist Venetien eine sehr vielfältige Region und erstreckt sich im Osten vom Gardasee, über die Alpen bis an die Grenze zu Österreich und im Süden bis an die Adria. Durch diese geographische Vielfalt ergeben sich auch wein-technisch sehr viel unterschiedliche Weine.

Valpolicella

Appellationen

Valpolicella gehört zu den klar strukturierten Weinlandschaften Italiens. Der Name Valpolicella steht nicht für einen einzelnen Stil, sondern für ein System von Herkunftsbezeichnungen, die aufeinander aufbauen. Jede Appellation erfüllt eine eigene Funktion. 

Die Basis bildet Valpolicella DOC. Diese Weine entstehen aus Corvina, Corvinone und Rondinella. Weitere lokale Sorten dürfen ergänzen. Der Stil bleibt leicht bis mittelkräftig. Frische steht im Vordergrund. Die Weine kommen jung auf den Markt. Viele Betriebe verstehen sie als Einstieg in die Region.

Darüber steht Valpolicella Superiore DOC. Diese Weine reifen länger. Der Alkohol liegt höher. Struktur gewinnt an Bedeutung. Viele Winzer nutzen Holz, meist große Fässer. Der Wein wirkt ernster, bleibt aber zugänglich.

Ripasso della Valpolicella DOC nahm in den letzten Jahrzehnten stark an Bedeutung zu. Der Wein gärt ein zweites Mal auf den Trestern von Amarone oder Recioto. Dieser Schritt verleiht Tiefe und Kraft. Ripasso verbindet Frische mit Fülle. Er spricht viele Konsumenten an. Die Appellation schützt diese Methode heute klar.

Die Spitze bildet Amarone della Valpolicella DOCG. Hier trocknen die Trauben vor der Gärung. Der Wein erreicht hohe Konzentration und Alkohol. Trotz Kraft bleibt Amarone trocken. Er verlangt Präzision und Erfahrung. Die DOCG-Regeln greifen streng.

Daneben existiert Recioto della Valpolicella DOCG, die historische Süßweinversion. Sie entstand lange vor Amarone. Der Wein gärt nicht vollständig durch. Restsüße bleibt erhalten. Heute produziert ihn nur ein Teil der Winzer.

Diese Appellationen greifen ineinander. Viele Betriebe arbeiten mit mehreren Stufen. Das System erlaubt wirtschaftliche Stabilität und stilistische Vielfalt.

Region

Valpolicella liegt nördlich von Verona. Die Nähe zur Stadt prägte die Entwicklung. Handel und Nachfrage existierten früh. Gleichzeitig blieb die Region landwirtschaftlich.

Die Landschaft gliedert sich in Täler. Sie ziehen sich von der Ebene Richtung Alpen. Die wichtigsten Zonen heißen Valpolicella Classica, Valpantena und Valpolicella Orientale. Jede Zone besitzt eigene Böden und Expositionen. Diese Unterschiede beeinflussen den Wein stark.

Die Hügel steigen sanft an. Weinberge liegen meist zwischen 150 und 500 Metern Höhe. In höheren Lagen reifen die Trauben langsamer. Säure bleibt erhalten. Die Ebene liefert höhere Erträge, aber weniger Spannung.

Das Klima wirkt moderat. Der Gardasee beeinflusst die Temperaturen. Er mildert Hitze im Sommer und Kälte im Winter. Die Alpen schützen vor extremen Wetterlagen. Gleichzeitig sorgen Fallwinde für Abkühlung in der Nacht.

Die Böden variieren deutlich. Kalk dominiert in vielen Bereichen. Basalt und Lehm kommen hinzu. Besonders in der Classica-Zone prägen kalkreiche Schichten den Stil. Sie bringen Frische und Struktur.

Eigenschaften der Weine

Valpolicella-Weine zeigen eine breite Stilpalette. Der einfache Valpolicella wirkt leicht, saftig und frisch. Kirsche dominiert. Bittermandel taucht oft auf. Der Wein trinkt sich kühl. Er passt zum Alltag.

Valpolicella Superiore zeigt mehr Dichte. Die Frucht wirkt reifer. Tannin bleibt spürbar, aber nicht dominant. Holz unterstützt den Wein, ohne ihn zu prägen. Diese Weine eignen sich gut zum Essen.

Ripasso bringt eine andere Dimension. Die zweite Gärung erhöht Alkohol und Extrakt. Der Wein zeigt dunklere Frucht. Gewürznoten treten hinzu. Gleichzeitig bleibt die Säure präsent. Gute Ripasso wirken ausgewogen. Schlechte wirken schwer. Die Technik verlangt Erfahrung.

Amarone steht für Konzentration. Getrocknete Trauben liefern hohe Zuckerwerte. Die Gärung dauert lange. Der Wein erreicht oft 15 bis 16 Prozent Alkohol. Trotz Kraft bleibt Amarone trocken. Bitterkeit aus den Schalen gibt Halt. Gute Amarone wirken präzise und klar. Schlechte wirken süßlich und breit.

Recioto zeigt Süße. Säure und Bitterkeit balancieren sie aus. Der Wein wirkt intensiv, aber nicht klebrig. Er passt zu Desserts und Käse.

Gemeinsam bleibt den Weinen die Kirschfrucht. Corvina prägt diesen Charakter. Die Sorte bringt wenig Farbe, aber viel Aroma. Sie reagiert sensibel auf Standort und Ertrag. Genau darin liegt ihre Stärke.

Produktionsmengen

Valpolicella zählt zu den produktivsten Qualitätsregionen Italiens. Die jährliche Gesamtproduktion liegt bei über 200 Millionen Flaschen. Diese Zahl umfasst alle Appellationen. Amarone macht davon nur einen kleinen Teil aus, bleibt aber wirtschaftlich zentral.

Valpolicella DOC stellt den größten Anteil. Ripasso folgt. Amarone und Recioto beanspruchen deutlich weniger Volumen. Trotzdem generieren sie einen hohen Umsatzanteil. Der Markt zahlt für Konzentration und Reife.

Die Produktionsmenge schwankt stark. Wetter beeinflusst Erträge. Die Trocknung der Trauben reduziert das Volumen zusätzlich. Für Amarone verliert der Winzer bis zu 40 Prozent Gewicht vor der Gärung. Diese Verluste schlagen sich im Preis nieder.

Ein großer Teil der Produktion geht in den Export. Deutschland, die USA und Skandinavien zählen zu den wichtigsten Märkten. Der heimische Markt bleibt stark, vor allem in Norditalien.

Anbaufläche

Die Rebfläche von Valpolicella liegt bei rund 8.000 Hektar. Damit gehört die Region zu den größeren DOC-Gebieten Norditaliens. Ein erheblicher Teil dieser Fläche liegt in der Ebene. Die Hügelzonen gewinnen jedoch an Bedeutung.

Corvina dominiert die Pflanzungen. Corvinone ergänzt sie zunehmend. Rondinella folgt. Internationale Sorten spielen kaum eine Rolle. Diese Konzentration auf lokale Reben prägt die Identität.

Die besten Lagen liegen in der Classico-Zone. Hier entstanden die historischen Weinberge. Die Flächen bleiben begrenzt. Neue Pflanzungen wandern daher oft in östliche Zonen. Diese Entwicklung verändert den Stil der Region langsam.

Pergola-Erziehung prägt viele alte Anlagen. Sie liefert hohe Erträge und schützt die Trauben vor Sonne. Moderne Anlagen setzen zunehmend auf Guyot. Diese Umstellung verbessert die Traubenqualität, reduziert aber die Menge.

Andere Besonderheiten

Die Appassimento-Methode prägt Valpolicella wie keine andere Region. Die Trocknung der Trauben verlangt Zeit und Platz. Traditionell nutzten Winzer Dachböden. Heute arbeiten viele mit kontrollierten Trocknungshallen. Technik ersetzt dabei nicht Erfahrung. Luftzirkulation und Timing entscheiden.

Diese Methode beeinflusst auch den Grundwein. Viele Winzer lesen Trauben für Amarone anders als für Valpolicella. Die Arbeit im Weinberg verlangt Planung über Monate hinweg.

Valpolicella lebt von seinem Namen. Der Erfolg von Amarone zog Aufmerksamkeit an. Das brachte Investitionen, aber auch Spekulation. Die Region reagierte mit strengeren Regeln und Herkunftsdefinitionen. Dieser Prozess dauert an.

Kulinarisch passt Valpolicella hervorragend zur regionalen Küche. Risotto, Pasta und Fleischgerichte harmonieren mit den Weinen. Amarone begleitet Schmorgerichte und reifen Käse. Diese Verbindung stärkt den lokalen Markt.

Der Weintourismus wächst. Die Nähe zu Verona und zum Gardasee erleichtert den Zugang. Viele Betriebe investieren in Verkostungsräume. Der Dialog mit Konsumenten gewinnt an Bedeutung.

Anzahl der Winzer

In Valpolicella arbeiten rund 2.300 Weinbaubetriebe. Diese Zahl umfasst Traubenproduzenten und Weingüter. Nicht alle füllen selbst ab. Die Zahl der Abfüller liegt bei etwa 400 bis 450.

Die Struktur bleibt gemischt. Kleine Familienbetriebe existieren neben großen Häusern. Genossenschaften spielen eine wichtige Rolle. Sie bündeln Trauben und sichern Einkommen. Einige Genossenschaften produzieren Weine mit klarer Herkunft und Stil.

Große Marken prägen den Export. Sie verfügen über Kapital und Reichweite. Gleichzeitig sichern sie Absatz für viele Traubenlieferanten. Dieses Zusammenspiel hält die Region stabil.

Häufige Fragen

Was für ein Wein ist Valpolicella?

Valpolicella Weine sind Rotweine aus der Region um den Gardasee in Venetien. Sie umfassen einfache Weine wie den Valpolicella DOC bin hin zum Amarone della Valpolicella DOCG

Warum ist Amarone so teuer?

Der Grund für den hohen Preis von Amarone liegt zum einen darin, dass man wegen des Herstellverfahrens doppelt so viel Trauben benötigt wie bei anderen Weine. Ausserdem ist der gesamte Prozeß vom Weinberg bis in den Keller extrem aufwendig.

Ist Valpolicella ein Rotwein?

Ja, die Valpolicella Weine sind Rotweine

Wie trinkt man Valpolicella?

Je nachdem welchen Valpolicella Wein man trinkt passen unterschiedliche Gerichte und Anlässe. Der einfache Valpolicella DOC Wein ist ein Wein für jeden Tag, den man leicht gekühlt auch im Sommer gut trinken kann. Ein Ripasso oder Amarone hingegen erfordert ein kräftiges Gericht und wird nur zu besonderen Anlässen getrunken.

Was kostet eine Flasche Amarone della Valpolicella?

Trinkbare Amarone Weine Starten ab 30,- Euro. Dabei handelt es sich in der Regel um gut gemachte Winzerweine. Will man sicher gehen, gibt man ab 50,- Euro aus. Die Top Amarone fangen dann bei 100,- Euro an und gehen bis 400,- Euro pro Flasche.

Welcher Wein ähnelt Valpolicella?

Gehen wir von dem einfachen Valpolicella DOC Wein aus, gibt es sicherlich Ähnlichkeiten zu Merlot Weinen. Diese haben die gleicher Fruchtigkeit und können auch als einfache Weine ausgebaut werden.